Ausflug zum Elektroflugmeeting Aspach 16./17.09.2006
Welchen vernünftigen Grund gibt es eigentlich, morgens gegen 04:15 Uhr dem Schreien des Weckers nachzugeben und das Bett freiwillig zu verlassen?
Antwort: Keinen, eigentlich!
Trotzdem machte ich genau dies, um eine Stunde später und drei starken Tassen Kaffee weiter ins gepackte Auto zu steigen und meine zwei treuen "Vereinsschäfchen" Helmut (Scherbel) und Werner (Gomoll) aus den vertrauten Klauen der Familie zu reißen, um gegen sechs Uhr morgens die Autobahn nach Aspach unter die Räder zu nehmen.
Aspach...
...wahr gewordener Männertraum.......
........allerdings völlig sauber, abgas- und sogar jugendfrei!
Das Riesenspektakel, wenn es um den innovativen und spektakulären Elektroflug geht. Rund 180 Piloten mit rund 300 Modellen, das sind die Eckdaten aus dem letzten Jahr.
Heuer wurde von den Organisatoren des Mega-Events das Flugprogramm neu gestaltet. Dadurch wurde vieles gestrafft, die Modelle in thematische Blöcke unterteilt und die Piloten konnten sich, ganz im Gegensatz zu den vorangegangenen Veranstaltungen ganz dem Fachsimpeln und Smalltalks widmen, bis sie an vorgeschriebener Stelle im Programmblock dran waren. Keine lange Schlangen im Vorbereitungsraum und zufriedene Gesichter überall...
Als wir drei Frühaufsteher den Platz in Aspach am Vormittag gegen neun Uhr erreichten, hatten wir Mühe einen geeigneten Platz für unsere Zelte zu finden. Es war schlichtweg voll! Und einen Zeltplatz mussten wir ja bis Mittags auch noch frei halten, schließlich kam einer unserer "Neuen", nämlich Josef (Pichler) mit Tochter Lena auch noch dazu. Komplettiert wurde im Übrigen die oberbayerische Delegation durch die Tagesgäste Gerhard (Huder) und unsere Hoffmann-Brüder. Somit trieben sich also bis zu 6 GMC'ler an der Flightline in Aspach herum, nicht schlecht!
Die Flugvorführungen waren natürlich wie immer spitzenmäßig. Ob ein Schleppgespann mit einem 3 Meter Zweck-Schlepper und einem 9 Meter DFS-Reiher, ein 3 Meter TOC-Modell mit 4!!! Hackermotoren auf ein Sammel-Getriebe, diverse F3A-X Maschinen mit Doppel-AXI, das deutsche F5B-Nationalteam (Wolf Fickenscher und Guntmar Rüb) oder aber fliegende Sauriermodelle und ein 6 Meter großer Nachbau einer Lockheed C-130 Hercules rundeten die Geschichte ab. Das Flugprogramm war abwechslungsreich und kurzweilig. (Bilder siehe Galerie)
Brauchte man von Diesem einmal Pause, ging man ins Händlerzelt oder auf die Händlermeile und leerte seine Geldbörse über den aufgehaltenen Händen der "Modelldealer". Gerade in Aspach drehen die allermeisten Hersteller und Händler noch mal an der Preisschraube nach unten. Messepreise wie in Sinsheim, Stuttgart oder Friedrichshafen scheinen dagegen teilweise eher apothekenhaft.
Für unser neues Projekt (Vereins-Combat/Fuchsjagd-Modell, dazu erzähle ich zu einem späteren Zeitpunkt noch etwas) konnten wir zu wirklich niedrigen Preisen BL-Motoren, Regler, LiPos und Servos bekommen.
Dabei machten wir übrigens eine interessante Neuentdeckung. In Peißenberg gibt es einen Modellbauhändler mit wirklich guten Preisen, der Vereine und vor allem die Jugend unterstützt (www.epp-fly.de). Josef konnte sich für z.B. 20 Euro einen kompletten Bausatz eines aktuellen F3A I Modells kaufen. Die übrigen Teile wie Servos, Motor und Regler bekam er dort natürlich auch noch...
Am frühen Abend versammelten wir (Josef mit Lena, Helmut, Werner und ich) uns dann in unserem "Vereinslager", schmissen den Grill an, köpften das erste Bier und ließen es uns richtig gut gehen. Was für ein Spaß., man saß gemütlich mit eine gepflegten Hopfenkaltschale und dem bruzelnden Fleisch auf dem Grill am Flugplatzrand und sah den ganz Unentwegten bei Fliegen ihrer Modelle zu. Dazu gesellten sich dann noch zuerst der Extrem-Modellbauer Franz Schmid aus München (10 Meter Hortennachbau, Fokker DR1 Dreidecker Maßstab 1:2, Klemm 35 mit 6 Metern Spannweite, alles elektrisch angetrieben!!! Selbstkonstruiert und gebaut hat er über 450 Modelle, dazu kommen etwa noch einmal so viele Baukasten-Modelle!) und zu späterer Stunde sogar noch richtige Modellbauprominenz, Ulf Herder, ehm. Wettbewerbspilot, Mitkonstrukteur der Plettenberg-Motoren, Schulze-Regler und div. bekannter Modelle und vor allen Dingen Kenner der Elektro-High-Perfomance-Szene!)
Nach etlichen Bieren und Gläsern Wein kamen dann die letzten wohl gegen 5 Uhr morgens ins Zelt. Begleitet wurden wir, fast die ganze Nacht hindurch, von Modellfliegern, die mit teilweiser kunstvollen Nachtfluglichtern, ins Dunkle hinein flogen und ihre Kreise auch über der Zeltstadt zogen. Ein uriges Gefühl nach dem vierten Bier, wenn ein roter Schmetterling oder eine grünlich schimmernde Elfe fast lautlos übers Zelt schwebt.
Um kurz vor 8 war die Nacht dann schon wieder vorbei, die ersten Modelle wurden bereits wieder geräuschvoll über den Platz gejagt und ein paar GMC'ler machten sich leicht übermüdet über das wirklich günstige Aspacher Frühstücksbuffet her. Nachdem auch der Letzte mit den Semmeln und dem Kaffee fertig war, ging es noch einmal schnell durchs Händlerzelt und die Händlermeile um wirklich auch den letzten Cent aus dem Portemonait zu quetschen und sich hier und da sogar als Notnagel ein paar Euros beim Vereinskollegen zu leihen.
Zum Abschluss hieß es dann packen, Zelte, Pavillon, Matratzen und Schlafsäcke verschwinden wieder im Auto. Sämtliche leeren Flaschen (waren es doch tatsächlich so viele?!?) wurden eingesammelt. Nun machten wir uns, leicht übermüdet, aber mehr als zufrieden, auf den Heimweg...
...es war ein wirklich tolles Wochenende!
Alle die dabei waren wollen im kommenden Jahr, bei der siebzehnten Auflage das Aspacher Elektroflug-Meetings wieder dabei sein.
Singer (Vorstandsvorsitzender)